Abstract: The invention relates to an exhaust emission control device (1), comprising at least one exhaust gas line (3), at least one particulate filter (31) connected to the exhaust gas line (3) and/or at least one exhaust gas catalytic converter (32, 33) connected to the exhaust gas line (3), and a heated catalytic converter (2), which is arranged upstream of the particulate filter (31) and/or the exhaust gas catalytic converter (32) and is designed to react supplied fuel with exhaust gas, the heated catalyst (2) having a housing (25), which has an inlet (21) and an outlet (22) and which is connected to the exhaust gas line (3) in such a way that a partial flow of the exhaust gas flowing in the exhaust gas line (3) can be fed through the inlet (21) into the housing (25) and can be discharged from the housing (25) through the outlet (22) into the exhaust gas line (3) downstream of the inlet (21). The invention further relates to an internal combustion engine (8) having an exhaust emission control device (1) of this type and to a method for exhaust emission control.
Abgasreinigungsvorrichtung, damit ausgestattete Brennkraftmaschine und Verfahren zur Abgasreinigung
Die Erfindung betrifft eine Abgasreinigungsvorrichtung mit zumindest einer Abgasleitung und mit zumindest einem mit der Abgasleitung verbundenen Partikelfilter und/oder zumindest einem mit der Abgasleitung verbundenen Abgaskatalysator. Weiterhin betrifft die Erfindung eine Brennkraftmaschine mit einer solchen Abgasreinigungsvorrichtung sowie ein
entsprechendes Verfahren zur Abgasreinigung. Vorrichtungen und Verfahren der eingangs genannten Art können in Kraft fahrzeugen und Schiffen zum Einsatz kommen, beispielsweise PKW, LKW oder auch Baumaschinen. Darüber hinaus ist der Einsatz dieser Vorrichtungen und Verfahren bei stationär betriebenen Brennkraftmaschinen möglich, beispielsweise zum Antrieb von Seilbahnen oder Stromerzeugern.
Zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes von Brennkraft maschinen ist es aus der Praxis bekannt, Abgaskatalysatoren im Abgasstrang der Brennkraftmaschine einzusetzen, welche Kohlenmonoxid und unverbrannte Kohlenwasserstoffe oxidieren und/oder Stickoxide reduzieren. Fallweise kommen darüber hinaus Partikelfilter zum Einsatz, welche mikroskopisch kleine Rußpartikel aus dem Abgasstrom entfernen und bei Beladung des Partikelfilters diesen durch Oxidation der Rußpartikel wieder regenerieren.
Allen diesen Vorrichtungen und Verfahren zur Abgasreinigung ist gemeinsam, dass diese zum effizienten Betrieb eine vorgebbare Betriebstemperatur bzw. einen Betriebstemperatur bereich benötigen. Beispielsweise benötigen SCR-Systeme für eine Umsetzung von mehr als 90% eine Temperatur von mehr als 200°C. Ein 3 -Wege-Katalysator benötigt eine Betriebstempera tur über etwa 300°C. Für die aktive Regeneration eines
Partikelfilters müssen Temperaturen von mehr als 500°C eingestellt werden. Bei niedrigeren Temperaturen sinkt die Effizienz der genannten Partikelfilter und/oder Abgaskataly satoren erheblich ab. Die Wirkungsgradsteigerung moderner Motoren führt jedoch dazu, dass die Abgastemperaturen kontinuierlich sinken. Abgastemperaturen unterhalb von 200°C sind bei vielen Betriebszuständen nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Darüber hinaus besteht ein Bedürfnis, die Abgasreinigung nach einem Kaltstart des Motors rasch auf Betriebstemperatur zu bringen. Hierdurch wird die Kaltstart phase verkürzt und der Schadstoffausstoß reduziert. Insbe sondere die Teilelektrifizierung des Antriebsstrangs führt dazu, dass Teilstrecken ohne Zuhilfenahme der Brennkraft maschine zurückgelegt werden, welche sodann auf einer einzigen Fahrt unter Umständen mehrfach einen Kaltstart durchlaufen muss.
Zur Lösung dieses Problems ist aus Friedrich Graf, Stefan Lauer, Johannes Hofstetter, Mattia Perugini : Optimales
Thermomanagement und Elektrifizierung in 48 -V-Hybriden; MTZ, 01. Oktober 2018, 42 - 47 bekannt, eine elektrische Wider standsheizung im Abgasstrang vor dem Abgaskatalysator anzu ordnen. Diese kann mit einer elektrischen Heizleistung von 3 kW bis 4 kW erwärmt werden. Die so erzeugte Wärme wird über den Abgasstrom in den Abgaskatalysator eingetragen, sodass dieser seine Betriebstemperatur schneller oder überhaupt erreicht und so eine effiziente Abgasnachbe handlung ermöglicht wird.
Nachteilig an diesem bekannten Verfahren ist einerseits die hohe elektrische Heizleistung, welche mit üblichen 12-Volt-Bordnetzen nicht bereitgestellt werden kann. Darüber hinaus ist die Widerstandsheizung im Vollstrom der Abgasleitung angeordnet und erzeugt bei Volllast oder vollastnahen
Betriebszuständen der Brennkraftmaschine einen erhöhten Abgasgegendruck, welcher die Leistung der Brennkraftmaschine reduziert und/oder den Verbrauch erhöht.
Es besteht daher unverändert ein Bedarf an Verfahren und Vorrichtungen zur Abgasreinigung, welche auch bei niedrigen Abgastemperaturen im Teillastbetrieb zuverlässig
funktionieren, ein schnelles Aufheizen des Abgasnachbehand lungssystems nach einem Kaltstart ermöglichen und
gleichzeitig bei Volllast der Brennkraftmaschine eine unerwünschte Erhöhung des Kraftstoffverbrauches vermeiden.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1, eine Brennkraftmaschine nach Anspruch 10 und ein Verfahren nach Anspruch 11 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung finden sich in den Unter ansprüchen .
in einigen Ausführungsformen der Erfindung wird eine Abgas reinigungsvorrichtung mit zumindest einer Abgasleitung vorgeschlagen. Mit der zumindest einen Abgasleitung ist zumindest ein Partikelfilter und/oder zumindest ein Abgaska talysator verbunden. Somit ist die Abgasleitung dazu
eingerichtet, die Abgase vom Ort ihrer Entstehung,
beispielsweise einer Brennkraftmaschine, zu einer Abgas reinigungsvorrichtung und schließlich von der Abgas
reinigungsvorrichtung in die Umgebung zu leiten. Unter einer Abgasleitung werden somit im Sinne der vorliegenden
Beschreibung Einrichtungen zur Führung eines Abgasstromes verstanden, beispielsweise Abgasrohre, Abgaskrümmer und/oder ein Gehäuse eines Abgaskatalysators oder eines
Partikelfilters .
Die Abgasreinigungsvorrichtung kann in einigen Ausführungs-formen der Erfindung zumindest einen Partikelfilter ent halten. In anderen Ausführungsformen der Erfindung kann alternativ oder zusätzlich zumindest ein Abgaskatalysator vorhanden sein. Ein Abgaskatalysator kann ausgewählt sein aus einem Oxidationskatalysator und/oder einem SCR-Kataly-sator und/oder einem 3 -Wege-Katalysator und/oder einem
Speicherkatalysator. Der Abgaskatalysator kann somit dazu eingerichtet sein, unverbrannte Kohlenwasserstoffe und/oder Kohlenmonoxid und/oder Stickstoffmonoxid zu oxidieren, sodass der Anteil dieser Gase am Abgasmassenstrom reduziert und der Anteil an C02 und H20 erhöht ist. Alternativ oder zusätzlich kann ein Abgaskatalysator dazu vorgesehen sein, den Anteil an Stickoxiden (N0X) zu reduzieren, beispielsweise durch Umsetzung mit NH3 zum Beispiel aus Harnstoff. Hierzu können in einigen Ausführungsformen der Erfindung getrennte Abgaskatalysatoren vorhanden sein. In anderen Ausführungs-formen der Erfindung kann ein einziger Abgaskatalysator sowohl die Reduktion der Stickoxide als auch die Oxidation von Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffen ermöglichen.
Beispielsweise können mit der Abgasleitung folgende
Kombinationen von Partikelfiltern und/oder Abgaskatalysa toren verbunden sein:
1. Ausführungsbeispiel: Oxidationskatalysator - SCR-beschichteter Rußpartikelfilter - SCR-Katalysator - Ammoniak Oxidationskatalysator
2. Ausführungsbeispiel: NOx-Speicherkatalysator - SCR-beschichteter Rußpartikelfilter - SCR-Katalysator - Ammoniak Oxidationskatalysator
3. Ausführungsbeispiel: Oxidationskatalysator -Rußpartikelfilter - SCR-Katalysator
4. Ausführungsbeispiel:
3 -Wege-Katalysator - Rußpartikelfilter
5. Ausführungsbeispiel: 3 -Wege-Katalysator
6. Ausführungsbeispiel: Oxidationskatalysator -Rußpartikelfilter - NOx-Speicherkatalysator
7. Ausführungsbeispiel: Oxidationskatalysator -Rußpartikelfilter - SCR-Katalysator
Um den Partikelfilter und/oder den mindestens einen Abgaska talysator in Betriebszuständen mit niedriger Last und niedrigen Abgastemperaturen bzw. nach einem Kaltstart auf Betriebstemperatur zu bringen, wird erfindungsgemäß
vorgeschlagen, zumindest einen Heizkatalysator im Teilstrom des Abgasstranges anzuordnen. Sofern in der nachfolgenden Beschreibung und in den Ansprüchen von „einem" Heizkatalysa tor gesprochen wird, bezeichnet dies einen unbestimmten Artikel und kein Zahlwort. Das Vorhandensein einer Mehrzahl von Heizkatalysatoren wird dadurch nicht ausgeschlossen. Der Heizkatalysator ist dazu vorgesehen, Kraftstoff mit Abgas umzusetzen. Diese Umsetzung kann Oxidationsreaktionen und/oder Reformierreaktionen und/oder Crackreaktionen umfassen. Die Brennkraftmaschine kann dazu so gesteuert werden, dass eine Abgaszusammensetzung erreicht wird, welche zu einer vorgebbaren, bevorzugten Umsetzung des Kraftstoffes im Heizkatalysator führt. Darüber hinaus kann die im
jeweiligen Betriebszustand gewünschte Umsetzung des Kraft stoffes im Heizkatalysator durch die zugeführte Kraft stoffmenge beeinflusst werden.
In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann die im jeweiligen Betriebszustand gewünschte Umsetzung des Kraft stoffes im Heizkatalysator ausschließlich durch die
zugeführte Kraftstoffmenge beeinflusst werden, während die Brennkraftmaschine selbst so betrieben wird, dass diese der jeweiligen Lastanforderung optimal entspricht. Beispiels weise kann die Brennkraftmaschine mit optimalem Verbrauch, optimaler Leistung, optimalem Wartungsintervall oder
optimalem Drehmoment betrieben werden, ohne dass auf die daraus resultierende Abgaszusammensetzung Rücksicht genommen werden muss. Anders als nach dem Stand der Technik erforder lich, muss somit nicht zwingend aufgrund der Erfordernisse der Abgasnachbehandlung ein Kompromiss in der Betriebs führung der Brennkraftmaschine eingegangen werden, welcher zu erhöhtem Verbrauch, Ölverdünnung, thermischen Problemen oder reduzierter Leistung führt.
Beispielsweise kann in einem ersten Betriebszustand aus Otto- oder Dieselkraftstoff, welcher vergleichsweise
langkettige Kohlenwasserstoffe enthält, im Heizkatalysator ein Reformat erzeugt werden. Für die Zwecke der vorliegenden Beschreibung wird unter einem Reformat ein Gemisch aus vorwiegend kurzkettigen Alkenen und/oder Kohlenmonoxid und/oder Wasserstoff verstanden. Das durch die im Heizkata lysator erzeugte Reformat kann bereits bei niedrigeren
Temperaturen auf einem Abgaskatalysator und/oder Partikel -filter exotherm umgesetzt werden und so unmittelbar zur Erwärmung dieser Bauteile Verwendung finden. Im ersten
Betriebszustand wird der Heizkatalysator mit l<< 1
betrieben .
Weiterhin kann in einem zweiten Betriebszustand ein Otto-oder Dieselkraftstoff weitgehend oder vollständig oxidiert werden, um so durch exotherme Reaktion Wärme in das Abgas einzutragen, welche zur Aufheizung eines Abgaskatalysators und/oder eines Partikelfilters verwendet werden kann. Im zweiten Betriebszustand wird der Heizkatalysator mit l > 1 betrieben. Der zweite Betriebszustand kann unmittelbar nach dem Kaltstart gewählt werden, um einen Abgaskatalysator auf Zündtemperatur zu bringen. Im Anschluss daran kann auf den ersten Betriebszustand umgeschaltet werden, welche eine höhere Leistung bereitstellen kann, um auch nachfolgende Komponenten wie beispielsweise einen Partikelfilter oder einen SCR-Katalysator zu heizen. Der zweite Betriebszustand kann nach dem Kaltstart für etwa 20 sec. Bis etwa 120 sec. Anliegen, ehe in den ersten Betriebszustand geschaltet wird. Dies kann erfolgen, wenn ein Oxidationskatalysator des
Abgasnachbehandlungssystems eine Temperatur von mehr als etwa 150°C oder mehr als etwa 160°C oder mehr als etwa 180°C oder mehr als etwa 200°C erreicht hat.
In einem dritten Betriebszustand kann ein Mischbetrieb vorliegen, in welchem einerseits durch exotherme Umsetzung des Kraftstoffes im Heizkatalysator Wärme erzeugt wird und andrerseits ein Teil des Kraftstoffes in ein Reformat umgesetzt wird.
Darüber hinaus kann in jedem der genannten Betriebszustände ein Teil des Kraftstoffes im Heizkatalysator lediglich verdampft werden, ohne dass dieser Teil chemisch umgesetzt wird. Auch dieser Kraftstoffdampf kann auf einem Abgaskata lysator und/oder Partikelfilter exotherm umgesetzt werden und so unmittelbar zur Erwärmung dieser Bauteile Verwendung finden .
Das Abgas kann in einigen Ausführungsformen der Erfindung Sauerstoff und/oder Stickstoff und/oder Stickoxide und/oder Wasserstoff und/oder Wasser und/oder Kohlenmonoxid und/oder Kohlendioxid und/oder Kohlenwasserstoffe enthalten oder daraus bestehen. Das Abgas kann in einigen Ausführungsformen der Erfindung einen Sauerstoffgehalt von etwa 14% bis etwa 17% oder von etwa 10% bis etwa 14% aufweisen. Im erfindungs gemäßen Heizkatalysator können einige oder alle der
genannten Bestandteile mit dem zugeführten Kraftstoff reagieren .
In einigen Ausführungsformen der Erfindung wird
vorgeschlagen, dass der Heizkatalysator ein Gehäuse
aufweist, welches einen Einlass und einen Auslass aufweist und welches so mit der Abgasleitung verbunden ist, dass zumindest in einigen Betriebszuständen ein Teilstrom des in der Abgasleitung strömenden Abgases durch den Einlass in das Gehäuse zugeführt und durch den Auslass aus dem Gehäuse in die Abgasleitung stromabwärts des Einlasses abgeführt werden kann. Anders als bei bekannten Systemen wird somit nicht der volle Abgasstrom durch den Heizkatalysator geleitet, sondern lediglich ein Teilstrom. Völlig überraschend wurde erkannt, dass dies zur Erwärmung des Abgasnachbehandlungssystems hinreichend ist und gleichzeitig bei Volllast oder
volllastnahen Betriebszuständen den Abgasgegendruck
verringert, da weiterhin ein größerer Querschnitt oder sogar der gesamte Querschnitt der Abgasleitung zur Abfuhr des Abgases zur Verfügung steht, wenn der Heizkatalysator nicht benötigt wird. Die Erfindung vereint somit einerseits einen geringen Abgasgegendruck und damit einen Verbrauchs-effizienten Betrieb der Brennkraftmaschine, insbesondere auch im Volllastbereich, und andererseits eine rasche
Aufheizung der Abgasnachbehandlungssysteme nach einem
Kaltstart oder im unteren Teillastbereich bei geringen generischen Abgastemperaturen .
In einigen Ausführungsformen der Erfidnung betrifft diese eine Abgasreinigungsvorrichtung mit zumindest einer Abgas leitung und mit zumindest einem mit der Abgasleitung ver bundenen Partikelfilter und/oder zumindest einem mit der Abgasleitung verbundenen Abgaskatalysator, wobei strom aufwärts des Partikelfilters bzw. des Abgaskatalysators ein Heizkatalysator angeordnet ist, welcher dazu eingerichtet ist, zugeführten Kraftstoff mit Abgas umzusetzen, wobei der Heizkatalysator ein Gehäuse aufweist, welches einen Einlass und einen Auslass aufweist und welches so mit der Abgas leitung verbunden ist, dass ein Teilstrom des in der Abgas leitung strömenden Abgases durch den Einlass in das Gehäuse zugeführt und durch den Auslass aus dem Gehäuse in die
Abgasleitung stromabwärts des Einlasses abgeführt werden kann, wobei das Gehäuse des Heizkatalysators vollständig innerhalb der Abgasleitung angeordnet ist.
In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann dem Heizka talysator in einigen Betriebszuständen zusätzlich zum Abgas auch Umgebungsluft zugeführt werden, um die Umsetzung des Kraftstoffes zu beeinflussen. Die Umgebungsluft kann dem Heizkatalysator über die Abgasleitung oder über eine
separate Luftzufuhreinrichtung zugeführt werden. Die Luft zufuhreinrichtung kann dazu eingerichtet sein, die Menge der zugeführten Umgebungsluft zu steuern oder zu regeln. Hierzu kann die Luftzufuhreinrichtung ein Regelventil und/oder eine Drosselklappe enthalten.
In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann der in den Heizkatalysator geleitete Teilstrom einen Anteil von etwa 10% bis etwa 90% oder von etwa 15% bis etwa 50% oder von etwa 10% bis etwa 20% oder von etwa 15% bis etwa 30% be tragen. In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann der durch den Heizkatalysator geleitete Teilstrom in einigen Betriebszuständen auch weniger als etwa 10% oder weniger als etwa 5% oder weniger als etwa 1% oder etwa 0% betragen, d.h. der Heizkatalysator wird nicht von Abgas durchströmt, wenn eine zusätzliche Aufheizung des Abgases bzw. der Abgas reinigungsvorrichtung nicht gewünscht ist.
In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann die Abgas reinigungsvorrichtung eine Lochplatte enthalten, welche dazu eingerichtet ist, dem Heizkatalysator das Abgas zuzuführen. Die Lochplatte kann aus einem Metall oder einer Legierung bestehen und das eigentliche Katalysatormaterial bzw. den Katalysatorträger zumindest teilweise oder vollflächig bedecken. Die Lochplatte kann in einigen Ausführungsformen der Erfindung eben sein. In anderen Ausführungsformen der Erfindung kann die Lochplatte in zumindest einer Raum richtung gekrümmt sein, so dass diese beispielsweise die Form einer Kugelkalotte oder einer Zylindermantelfläche aufweist .
Die Lochplatte enthält eine Mehrzahl von Bohrungen, Poren oder Öffnungen, durch welche das Abgas strömt, um mit dem Heizkatalysator in Kontakt zu treten. Die Bohrungen, Poren oder Öffnungen können regelmäßig oder unregelmäßig ange ordnet sein. Die Bohrungen oder Öffnungen können in einigen Ausführungsformen der Erfindung einen Durchmesser von etwa 0,5 mm bis etwa 1,5 mm oder von etwa 0,3 mm bis etwa 1,0 mm oder von etwa 1,0 mm bis etwa 3,5 mm aufweisen. Die
Bohrungen, Poren oder Öffnungen können einen polygonalen, runden oder unregelmäßig geformten Querschnitt aufweisen. Anzahl, Abstand, Größe und Anordnung der Bohrungen oder Öffnungen können mit einer Computersimulation bestimmt werden, um den Zutritt des Abgases zum Katalysatorträger bzw. zum Heizkatalysator zu homogenisieren und/oder um die gewünschte Heizleistung zu erhalten und/oder um eine
vorgebbare Größe des abgezweigten Teilstroms des Abgases und/oder den zulässigen Druckverlust zu erhalten. Hierdurch kann eine effiziente Ausnutzung des gesamten Heizkatalysa tors ermöglicht werden, ohne dass einzelne Hotspots inner halb des Heizkatalysators entstehen oder Raumbereiche, welche nur in geringem Umfang oder gar nicht an der Um setzung des Kraftstoffes mit dem Abgas beteiligt sind. In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann die Lochplatte ein poröses Material enthalten oder daraus bestehen, beispielsweise einen Sinterkörper oder einen Schaum oder ein Gewirk oder ein Geflecht oder ein Gestrick.
In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann der Heizka talysator einen elektrisch beheizbaren Träger aufweisen. In anderen Ausführungsformen der Erfindung kann alternativ oder zusätzlich das Gehäuse und/oder ein Gehäuseteil und/oder eine Kraftstoffplatte und/oder eine Lochplatte elektrisch beheizbar sein bzw. zumindest zeitweilig elektrisch beheizt werden. Hierdurch kann der Heizkatalysator durch elektrische Zusatzenergie aus dem Bordnetz vorgeheizt werden, sodass zunächst der Heizkatalysator auf Betriebstemperatur gebracht wird, um dann mittels chemischer und elektrischer Energie unter Einsatz des Heizkatalysators die übrigen Komponenten des Abgasnachbehandlungssystems zu erwärmen. Erfindungsgemäß ist es somit nicht erforderlich, das gesamte Abgasnach behandlungssystem elektrisch zu beheizen und auf
Betriebstemperatur zu bringen. Vielmehr kann nur der Heizka talysator elektrisch beheizt werden. Da der Heizkatalysator vor Fahrtwind geschützt motornah eingebaut werden kann und kleinere Abmessungen aufweisen kann als ein Abgaskatalysator oder ein Partikelfilter, kann die notwendige elektrische Heizenergie reduziert sein.
In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann der Heizka talysator einen elektrisch leitfähigen Träger aufweisen, welcher durch Widerstandsheizung durch direkten Stromfluss erwärmbar ist. In anderen Ausführungsformen der Erfindung kann in den Träger und/oder das Gehäuse und/oder weitere Teile des Heizkatalysators ein Heizdraht eingebettet sein und/oder der Träger des Heizkatalysators kann mit einer Wandheizung thermisch verbunden sein.
In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann der Heizka talysator mit einer elektrischen Leistung von etwa 500 W bis etwa 1500 W oder zwischen 700 W und etwa 1300 W oder
zwischen etwa 800 W und etwa 1200 W oder zwischen 500 W und etwa 4000 W oder zwischen 700 W und etwa 3000 W oder
zwischen 800 W und etwa 2000 W vorgewärmt werden. Da der Heizkatalysator aufgrund seiner geringeren Abmessungen im Vergleich zum Abgaskatalysator eine geringere Wärmekapazität aufweist, kann der Heizkatalysator in kurzer Zeit seine Betriebstemperatur erreichen. In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann die elektrische Beheizung zwischen etwa 5 s und etwa 60 s oder zwischen etwa 10 s und etwa 30 s oder zwischen etwa 5 s und etwa 20 s betrieben werden. In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann die elektrische
Beheizung betrieben werden, bis der Heizkatalysator eine Temperatur von etwa 200°C bis etwa 700°C oder von etwa 300°C bis etwa 500°C oder von etwa 250°C bis etwa 350°C erreicht hat .
In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann auf der, der Lochplatte gegenüberliegenden Seite des Heizkatalysators eine Kraftstoffplatte angeordnet sein. Die Kraftstoffplatte führt zu einer homogenen Verteilung des Kraftstoffes, sodass dieser gleichmäßig mit dem Heizkatalysator bzw. dem
Katalysatorträger in Kontakt kommt. Hierzu kann der Kraft stoff mittels einer Pumpe auf die Kraftstoffplatte aufge bracht werden, wo er zu einem dünnen Film verläuft. Durch Konvektion und Strahlung wird Wärme in die Kraftstoffplatte eingebracht, sodass der Kraftstofffilm verdampft und beim Aufsteigen in den Katalysatorträger des Heizkatalysators eindringt. Dort erfolgt wie bereits beschrieben die Um setzung des Kraftstoffes mit dem Abgas, sodass erwärmtes Abgas, Reformat und/oder Kraftstoffdampf in die Abgasleitung abgegeben werden kann. Um eine gleichmäßige Erwärmung der Kraftstoffplatte zu ermöglichen, kann diese aus einem Metall oder einer Legierung mit guter Wärmeleitfähigkeit herge stellt sein, beispielsweise aus Aluminium oder Kupfer.
In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann die Kraft stoffplatte mit einer kapillaren Transporteinrichtung ver sehen sein. Eine solche kapillare Transporteinrichtung kann in Form von eingefrästen, geätzten oder additiv gefertigten Kanälen hergestellt sein. Form, Anzahl und Größe solcher Kanäle können wiederum in Computersimulationen optimiert werden, um eine gleichmäßige Verteilung des Kraftstoffes auf der Kraftstoffplatte zu ermöglichen. In anderen Ausführungs formen der Erfindung kann auf der Kraftstoffplatte ein
Vlies, ein Gewirk, ein Gestrick, ein Schaum und/oder ein Docht angeordnet sein, welche durch Kapillarkräfte zum
Transport des Kraftstoffes innerhalb der durch die Kraft stoffplatte definierten Ebene führen.
In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann das Gehäuse des Heizkatalysators einen Durchmesser bzw. einen Umkreis zwischen etwa 55 mm und etwa 120 mm oder zwischen etwa 65 mm und etwa 100 mm aufweisen. Die Höhe eines solchen Gehäuses kann zwischen etwa 20 mm und etwa 50 mm betragen. Hierdurch benötigt der Heizkatalysator nur wenig Bauraum und weist geringe thermische Massen auf, was zum raschen Ansprechen des Heizkatalysators führt. Gleichwohl ist die vom Heizkata lysator bereitgestellte chemische und elektrische Heiz leistung groß genug, um gängige Abgasnachbehandlungssysteme rasch auf Betriebstemperatur aufzuheizen. Für Großmotoren, beispielsweise zur Anwendung in Lkw, Schiffen, Baumaschinen oder den Stationärbetrieb, können selbstverständlich auch größere Heizkatalysatoren Verwendung finden.
In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann in der Abgasleitung zwischen Einlass und Auslass eine Druck
reduktionseinrichtung vorhanden sein. Diese kann einen
Differenzdruck erzeugen mit der Wirkung, dass der Abgasdruck am Einlass des Heizkatalysators größer ist als am Auslass des Heizkatalysators, sodass ein Teilstrom des Abgases durch den Einlass in das Gehäuse des Heizkatalysators strömt und den Heizkatalysator über den Auslass wieder verlässt. Die von der Druckreduktionseinrichtung erzeugte Druckdifferenz kann in einigen Ausführungsformen der Erfindung zwischen etwa 5 mbar und etwa 50 mbar oder zwischen etwa 8 mbar und etwa 30 mbar betragen. Die von der Druckreduktionsein richtung erzeugte Druckdifferenz kann größer sein, als der bei der Durchströmung des Heizkatalysators auftretende Druckverlust. Hierdurch wird sichergestellt, dass ein hinreichend großer Teilstrom des Abgases durch den Heizkata lysator geleitet wird.
In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann die Druck reduktionseinrichtung schaltbar sein, sodass diese in einem ersten Betriebszustand einen größeren Abgasgegendruck erzeugt und in einem zweiten Betriebszustand einen
geringeren Abgasgegendruck erzeugt. Somit kann in Betriebs zuständen, welche einen Betrieb des Heizkatalysators erfordern, der Abgasgegendruck am Eingang des Heizkatalysa tors vergrößert werden, sodass ein nennenswerter Teilstrom des Abgases durch den Heizkatalysator strömt. Wenn der Heiz katalysator nicht benötigt wird, kann der Abgasgegendruck der Druckreduktionseinrichtung reduziert werden, um den Gaswechsel der Brennkraftmaschine bei Volllast nur in geringerem Umfang zu beeinträchtigen.
In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann die Druck reduktionseinrichtung regelbar sein, so dass der durchb den Heizkatalysator strömende Teilstrom auf einen vorgebbaren Sollwert geregelt werden kann.
In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann die Druck reduktionseinrichtung ausgewählt sein aus einer Drossel klappe und/oder einem Mischer und/oder einer Turbine eines Turboladers. Im letztgenannten Fall kann der Einlass des Heizkatalysators auf der Einlassseite der Turbine des
Turboladers liegen und der Auslass an der Auslassseite des Turboladers . Der durch die Turbine ohnehin erzeugte
Druckverlust dient somit gleichzeitig dazu, die Durch strömung des Heizkatalysators zu ermöglichen.
In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann am Einlass des Heizkatalysators ein Absperrventil vorhanden sein. Das Absperrventil kann ein Magnetventil sein bzw. ein Magnet ventil enthalten oder durch einen Stellmotor bewegt werden. Auf diese Weise kann der volle Abgasstrom durch die Abgas leitung geführt werden, ohne dass ein Teilstrom durch den Heizkatalysator strömt, wenn der Heizkatalysator nicht benötigt wird. Auf diese Weise können Ablagerungen aus dem Abgasstrom im Heizkatalysator vermieden und die Lebensdauer erhöht werden.
In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann das Gehäuse des Heizkatalysators vollständig innerhalb der Abgasleitung angeordnet sein. Dies ermöglicht eine kompakte und
mechanisch robuste Bauweise, sodass die Betriebssicherheit erhöht sein kann. Hierzu kann in einigen Ausführungsformen der Erfindung der Querschnitt der Abgasleitung in einem Längsabschnitt vergrößert sein, in welchem der Heizkatalysa tor angeordnet ist.
Nachfolgend soll die Erfindung anhand von Ausführungs beispielen und Figuren ohne Beschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens näher erläutert werden. Dabei zeigt:
Figur 1 eine Ansicht eines erfindungsgemäßen Heizkatalysa tors in einer ersten Ausführungsform.
Figur 2 zeigt den Querschnitt durch den Heizkatalysator gemäß der ersten Ausführungsform.
Figur 3 zeigt eine Explosionszeichnung eines Heizkatalysa tors gemäß der ersten Ausführungsform.
Figur 4 erläutert erfindungsgemäße Abgasreinigungsvor richtungen anhand einer Brennkraftmaschine.
Figur 5 erläutert unterschiedliche Einbauvarianten des erfindungsgemäßen Heizkatalysators .
Figur 6 zeigt einen Längsschnitt eines erfindungsgemäßen Heizkatalysators in einer zweiten Ausführungsform.
Figur 7 zeigt einen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Heizkatalysators in der zweiten Ausführungsform.
Figur 8 zeigt einen Längsschnitt eines erfindungsgemäßen Heizkatalysators in einer dritten Ausführungsform.
Figur 9 zeigt einen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Heizkatalysators in der dritten Ausführungsform.
Figur 10 zeigt die dem Heizkatalysator zugeführten
Massenströme und die Zusammensetzung des im Heizkatalysator erzeugten Reformats.
Figur 11 zeigt die Temperatur eines Oxidationskatalysators und eines Partikelfilters nach einem Kaltstart gegen die Zeit .
Figur 12 zeigt den gesamten Abgasmassenstrom, die dem
Abgasnachbehandlungssystem zugeführte thermische Leistung und die daraus resultierende SCR-Temperatur gegen die Zeit.
Figur 13 die dem Abgasnachbehandlungssystem zugeführte thermische Leistung und die daraus resultierende SCR-Temperatur gegen die Zeit für die ersten 480 Sekunden eines WHTC-Messzyklus .
Figur 14 zeigt das Integral der Heizleistung für
elektrische Heizeinrichtungen und den erfindungsgemäßen Heizkatalysator beim Aufheizen eines SCR-Katalysators im WHTC-Zyklus sowie die für die Aufheizung jeweils eingesetzte Kraftstoffmenge .
Figur 15 zeigt einen Prüfstand zum Test des erfindungs gemäßen Heizkatalysators.
Figur 16 zeigt den gesamten Abgasmassenstrom, den dem erfindungsgemäßen Heizkatalysator zugeführten
Abgasmassenstrom und die darin enthaltene
Sauerstoffkonzentration gegen die Zeit.
Figur 17 zeigt die vom Heizkatalysator abgegebene Leistung, die im zugeführten Abgasmassenstrom enthaltene Sauerstoff konzentration und die Temperatur des Heizkatalysators gegen die Zeit.
Figur 18 zeigt die Temperatur des Heizkatalysators gegen die Zeit bei unterschiedlichem zugeführten Abgasmassenstrom und Sauerstoffkonzentration .
Figur 19 zeigt einen erfindungsgemäßen Heizkatalysator in einer vierten Ausführungsform.
Anhand der Figuren 1, 2 und 3 wird eine erste Ausführungs-form des erfindungsgemäßen Heizkatalysators erläutert. Dabei zeigen die Figuren 1 und 2 einen Teil einer Abgasleitung 3. Die Abgasleitung 3 ist dazu eingerichtet, einen Abgasstrom 35 aufzunehmen, welcher beispielsweise aus einer Brennkraft maschine stammt .
Wie aus Figuren 1 und 2 weiter ersichtlich ist, wird der Abgasstrom 35 im Wesentlichen geradlinig durch die Abgas leitung 3 geleitet. Lediglich ein Teilstrom 351 wird über den Einlass 21 in das Gehäuse 25 des Heizkatalysators 2 geleitet. Der auf diese Weise abgezweigte Teilstrom 351 kann zwischen etwa 10 % und etwa 50 % oder zwischen etwa 15 % und etwa 30 % des gesamten in der Abgasleitung 3 strömenden Abgasstromes betragen.
Wie insbesondere Figur 2 zeigt, wird der durch den Einlass 21 eintretende Abgasstrom 351 über eine Lochplatte 4 dem Katalysatorträger 5 zugeführt . Die Lochplatte 4 kann eine Keramik, ein Metall oder eine Legierung enthalten oder daraus bestehen. Die Lochplatte 4 weist ferner eine Mehrzahl von Bohrungen 41 auf, durch welche das Abgas hindurchtreten kann. Anzahl, Größe und Verteilung der Bohrungen 41 können in einer Computersimulation so bestimmt werden, dass sich eine möglichst homogene Verteilung des Abgases im
Katalysatorträger 5 ergibt .
Der Katalysatorträger 5 kann in an sich bekannter Weise beispielsweise einen Sinterkörper, einen Wabenkörper, einen Schaum oder ein anderer poröser Formkörper sein, welcher für Abgas durchlässig ist. Hierzu kann der Katalysatorträger 5 aus einem Metall, einer Legierung oder einer Keramik
gefertigt sein. Der Katalysatorträger 5 kann mit einer elek trischen Heizeinrichtung versehen sein, sodass dieser mit einer Heizleistung zwischen etwa 500 W und etwa 1500 W er wärmt werden kann. Hierzu dient ein elektrischer Anschluss 51, durch welchen elektrische Heizenergie in den Katalysa torträger 5 eingebracht werden kann. Mittels eines Tempera- tursensors 50 kann die Temperatur des Katalysatorträgers 5 erfasst und gesteuert oder geregelt werden.
Schließlich befindet sich auf der der Lochplatte gegenüber liegenden Seite des Katalysatorträgers 5 eine Kraftstoff platte 6. Die Kraftstoffplatte 6 kann ein Metall oder eine Legierung enthalten oder daraus bestehen und optional mit einer kapillaren Transporteinrichtung versehen sein. Als Transporteinrichtung können beispielsweise Kanäle in die Oberfläche der Kraftstoffplatte 6 eingebracht sein, welche einen kapillaren Transport des Kraftstoffes ermöglichen, sodass dieser sich möglichst homogen in einem dünnen Film auf der dem Katalysatorträger 5 zugewandten Oberfläche der Kraftstoffplatte 6 verteilt. Die Zufuhr des Kraftstoffes kann über eine Pumpe 65 gesteuert bzw. geregelt werden. In einigen Ausführungsformen der Erfindung wird der auf der Kraftstoffplatte 6 aufgebrachte Kraftstoff aus dem Haupttank der Brennkraftmaschine entnommen. Beispielsweise kann es sich um Otto- oder Dieselkraftstoff oder Erdgas oder LPG handeln. In anderen Ausführungsformen der Erfindung kann auf die Kraftstoffplatte 6 ein speziell für die Aufheizung des Abgasnachbehandlungssystems bereitgestellter Kraftstoff aufgebracht werden, beispielsweise ein Alkohol oder
Testbenzin .
Durch das durch den Katalysatorträger 5 strömende Abgas wird durch Konvektion und Strahlung Wärme in die Kraftstoffplatte 6 eingebracht. Dies führt zum Verdampfen des Kraftstoffes. Der Kraftstoffdampf steigt sodann in den Katalysatorträger 5 auf und wird dort mit dem Abgas exotherm umgesetzt. Die hierdurch entstehende Wärme wird teilweise dem Abgas zuge führt, sodass der aus dem Auslass 22 in die Abgasleitung 3 strömende Abgasstrom 352 gegenüber dem eintretenden Abgas-ström 351 erwärmt ist. Darüber hinaus enthält der in die Abgasleitung 3 eingeleitete Abgasstrom 352 Bestandteile des am Katalysatorträger 5 umgesetzten Kraftstoffes,
beispielsweise ein Reformat .
In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann nach einem Kaltstart zunächst ein erster Betriebszustand gewählt wer den, in welchem der Kraftstoff mit dem Abgas überwiegend oxidiert wird. Hierdurch wird primär durch exotherme Reak tion Wärme erzeugt, welche der Aufheizung des Abgasnach behandlungssystems dient. In diesem ersten Betriebszustand kann der Katalysatorträger 5 optional zumindest zeitweise elektrisch beheizt werden. Die Luftzahl l des Heizkatalysa tors kann zwischen etwa 0,7 und etwa 1, in einigen
Ausführungsformen auch größer als 1 gewählt sein.
In einem zweiten Betriebszustand des Heizkatalysators kann der Kraftstoff überwiegend zu einem Reformat umgesetzt werden, welches ein Gemisch aus vorwiegend kurzkettigen Alkenen und/oder Kohlenmonoxid und/oder Wasserstoff enthält oder daraus besteht. Dieses Reformat wird nachfolgend an einem Partikelfilter und/oder einem Abgaskatalysator oxidiert, wobei die entstehende Wärme unmittelbar in diese Komponenten eingebracht wird. Hierzu wird der Heizkatalysa tor unterstöchiometrisch betrieben, d.h. die Luftzahl l des Heizkatalysators liegt zwischen etwa 0,05 und etwa 0,7 oder zwischen etwa 0,1 und etwa 0,4.
Die Umschaltung zwischen dem ersten und dem zweiten
Betriebszustand kann durch Anpassung der zugeführten Kraft stoffmenge und/oder durch Anpassung der Abgaszusammensetzung und/oder durch Zufuhr von Umgebungsluft erfolgen. Die
Abgaszusammensetzung kann unter anderem durch Wahl der eingespritzten Kraftstoffmenge , des Ladedrucks, der Drossel klappenstellung, der Anzahl und Dauer der Einzelein
spritzungen, des Einspritz- oder Zündzeitpunktes, der
Öffnungsdauer der Einlass- und Auslassventile, des Öffnungs hubes und/oder der Stellung eines Abgasrückführungsventils beeinflusst werden. Bevorzugt aber nicht zwingend erfolgt die Umschaltung zwischen dem ersten und dem zweiten
Betriebszustand durch Anpassung der zugeführten Kraftstoff menge, welche dazu in Abhängigkeit der Abgaszusammensetzung gewählt wird. Die Abgaszusammensetzung kann zumindest teil weise gemessen werden, beispielsweise durch eine Lambda sonde. Alternativ oder zusätzlich kann die Abgaszusammen setzung aus den Kennfeldern der Brennkraftmaschine extra poliert werden, so dass im Ergebnis die dem Heizkatalysator zugeführte Kraftstoffmenge aus den im jeweiligen Betriebs zustand der Brennkraftmaschine anliegenden Kennfeldern bzw. Kennfeldbereichen bestimmt werden kann.
In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann die Umschal tung zwischen dem ersten und dem zweiten Betriebszustand zyklisch erfolgen, so dass mehrfach zwischen Wärmeeintrag und Reformaterzeugung gewechselt wird.
In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann eine Mehr zahl von Heizkatalysatoren vorhanden sein, so dass der erste und der zweite Betriebszustand auch gleichzeitig anliegen kann .
Zur Regelung der Fördermenge der Pumpe 65 kann in einigen Ausführungsformen der Erfindung die Temperatur der Kraft stoffplatte 6 herangezogen werden, welche mit einem
optionalen Temperatursensor 60 erfasst wird.
Weiterhin zeigt Figur 2 eine Druckreduktionseinrichtung 7. Diese enthält im dargestellten Beispiel eine Drosselklappe, deren Anstellwinkel durch einen Stellmotor 70 beeinflusst werden kann. Somit kann nach dem Kaltstart die Druck
reduktionseinrichtung geschlossen werden, sodass sich zwischen dem Einlass 21 und dem Auslass 22 ein hinreichend großer Druckunterschied einstellt, sodass ein Teilstrom 351 des Abgasstromes 35 durch das Gehäuse 25 des Heizkatalysa tors 2 strömt. Die Druckreduktionseinrichtung 7 kann
weiterhin die Wirkung haben, dass sich stromabwärts der Druckreduktionseinrichtung turbulente Wirbelschleppen ausbilden, welche für eine effiziente Durchmischung des aus dem Gehäuse 25 des Heizkatalysators 2 austretenden
Teilstromes 352 mit dem in der Abgasleitung 3 strömenden Hauptstrom sorgt. Ist die Abgastemperatur so hoch, dass eine zusätzliche Erwärmung der Abgasreinigungsvorrichtung nicht erforderlich ist, kann die Drosselklappe 7 vollständig geöffnet sein. Dadurch liegt am Einlass 21 und am Auslass 22 näherungsweise derselbe Abgasdruck an, so dass das Abgas nicht oder nur zu geringen Teilen durch den Heizkatalysator 2 strömt. Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist dann keinen wesentlich höheren Abgasgegendruck auf, als bekannte Abgas anlagen ohne Heizkatalysator, wodurch sich bei Volllast oder vollastnahen Betriebszuständen ein Leistungs- und/oder Ver brauchsvorteil ergeben kann.
Schließlich zeigt Figur 2 Temperatursensoren 88, welche die Abgastemperatur vor und nach der Druckreduktionseinrichtung 7 bestimmen. Hierdurch kann sichergestellt werden, dass kein zu heißes Abgas in den Katalysatorträger 5 eingeleitet wird, welches zur Zerstörung des Heizkatalysators 2 führen könnte. Weiterhin wird sichergestellt, dass im Heizkatalysator 2 nicht so viel Energie zugeführt wird, dass der Abgasstrom eine vorgebbare Maximaltemperatur überschreitet.
Die Druckreduktionseinrichtung 7, die Kraftstoffzufuhr über die Pumpe 65 und die elektrische Heizenergie des Katalysa torträgers 5 können über eine Steuer- oder Regeleinrichtung 87 kontrolliert werden, sodass der Heizkatalysator in
Abhängigkeit des Betriebszustandes optimal gesteuert bzw. geregelt wird.
Figur 3 zeigt nochmals das Gehäuse 25 eines Heizkatalysators 2 in einer Explosionszeichnung. Erkennbar ist die Kraft stoffplatte 6 auf der Unterseite sowie die Lochplatte 4 auf der Oberseite des Katalysatorträgers 5. Über die Anschlüsse 62 und 51 kann elektrische Heizenergie und Kraftstoff zugeführt werden. An der Oberseite des etwa zylinderförmigen Gehäuses befinden sich der Einlass 21 und der Auslass 22, durch welche der Abgasstrom 351 in das Gehäuse 25 eintritt und der modifizierte Abgasstrom 352 aus dem Gehäuse des Heizkatalysators 2 austritt.
Der Heizkatalysator 2 weist eine kompakte Bauform und eine hohe Leistungsdichte zwischen etwa 30 kW/1 und etwa 60 kW/1 auf. Darüber hinaus kann die thermische Leistungsabgabe in einem weiten Bereich eingestellt werden, beispielsweise zwischen etwa 1 kW und etwa 18 kW, so dass der
Modulationsbereich zwischen etwa 1:16 und etwa 1:20 beträgt.
Anhand der Figur 4 wird eine Brennkraftmaschine 8 mit deren externen Anbauteilen schematisch dargestellt. Die Brenn kraftmaschine 8 weist im dargestellten Ausführungsbeispiel vier Zylinder 815 auf. Die Anzahl der Zylinder kann selbst verständlich in anderen Ausführungsformen der Erfindung größer oder auch geringer sein. Die Erfindung eignet sich für sämtliche üblichen Bauformen, beispielsweise Reihen motoren, Boxermotoren oder V-Motoren. Der dargestellte 4-Zylinder-Reihenmotor ist somit lediglich beispielhaft zu verstehen. Weiterhin kann es sich um eine fremdgezündete Brennkraftmaschine oder eine selbstzündende Brennkraft maschine handeln.
Der Brennkraftmaschine 8 wird Brennstoff über eine Leitung 81 zugeführt. Die Leitung 81 kann beispielsweise Teil eines Common-Rail-Systems sein oder jede andere, an sich bekannte Gemischaufbereitung. Weiterhin weist die Brennkraftmaschine 8 einen Ansaugtrakt 811 auf, über welche der Brennkraft maschine 8 Frischluft zugeführt wird. Die Abgase werden über einen Abgaskrümmer 812 gesammelt und der Abgasleitung 3 zugeführt .
Weiterhin zeigt Figur 4 eine optionale Hochdruckabgasrück führung. Diese enthält ein Abgasrückführventil 835, welches die rückgeführte Abgasmenge steuert bzw. regelt sowie einen Abgaskühler 83, welcher dem rückgeführten Abgas Wärmeenergie entzieht und dadurch dessen Temperatur senkt. Die Hochdruck- abgasrückführung leitet einen Teilstrom des Abgases aus der Abgasleitung 3 aus und führt diesen gekühlt wiederum dem Ansaugtrakt 811 zu.
Der Hauptstrom des Abgases wird von der Abgasleitung 3 über die Turbine 861 eines optionalen Turboladers 86 geleitet. Selbstverständlich kann der Turbolader 86 in anderen Aus führungsformen der Erfindung auch entfallen. Das Abgas wird in der Turbine 861 entspannt und treibt dabei über eine Welle einen Verdichter 862 an. Der Verdichter 862 verdichtet die über einen Einlass 85 angesaugte Frischluft, nachdem diese durch einen Luftfilter 855 geleitet und dort von
Schmutzteilchen gereinigt wurde.
Die aus dem Verdichter 862 austretende, verdichtete Luft erreicht einen optionalen Ladeluftkühler 82, ehe die
verdichtete und gekühlte Ansaugluft der Brennkraftmaschine 8 übe den Ansaugtrakt 811 zugeführt wird.
Das aus der Turbine 861 austretende Abgas erreicht ein im dargestellten Ausführungsbeispiel dreistufiges Abgasnach behandlungssystem. Diese enthält einen Oxidationskatalysator 32, welcher unverbrannte Kraftstoffbestandteile und
Kohlenmonoxid oxidiert, sodass im Wesentlichen C02 und H20 aus dem Oxidationskatalysator 32 entweichen.
Das Abgas erreicht daraufhin einen Partikelfilter 31, welcher beispielsweise ein an sich bekannter Dieselpartikel -filter oder ein Ottopartikelfilter sein kann. Im Partikel filter 31 werden Rußteilchen, welche durch unvollständige Verbrennung in den Zylindern 815 der Brennkraftmaschine 8 entstehen, zurückgehalten. Bei hinreichend großer Beladung des Partikelfilters 31 können die Rußteilchen zu C02 oxidiert werden. Dies erfordert Abgastemperaturen zwischen 350°C und 6000 C .
Schließlich zeigt Figur 4 einen optionalen SCR-Katalysator 33, in welchem Stickoxide aus dem Abgasstrom mit Harnstoff reduziert werden. Die Umsetzung der Stickoxide erfordert Temperaturen über 200°C, bevorzugt über 250°C.
Schließlich zeigt Figur 4 eine ebenfalls optionale Nieder druckabgasrückführung, welche Abgas stromabwärts des
Partikelfilters 31 abzweigt, die Temperatur über einen optionalen Abgaskühler 84 senkt und das gekühlte Abgas auf der Niederdruckseite des Verdichters 862 einspeist. Zur Kontrolle des rückgeführten Massenstroms steht ein weiteres Abgasrückführungsventil 845 zur Verfügung.
Es versteht sich von selbst, dass Figur 4 den Maximalausbau mit Peripheriegeräten zeigt. In anderen Ausführungsformen der Erfindung können einzelne Peripheriegeräte auch
entfallen, beispielsweise muss nicht in jedem Fall ein
Turbolader 86, ein Ladeluftkühler 82, eine Abgasrückführung 83 und 84 oder eine mehrstufige Abgasreinigung 31, 32 und 33 zur Verfügung stehen. Es können einzelne Elemente auch entfallen .
Der Erfindung liegt nunmehr die Aufgabe zugrunde, den
Oxidationskatalysator 32 und/oder den Partikelfilter 31 und/oder den SCR-Katalysator 33 auch im Teillastbetrieb und/oder nach einem Kaltstart rasch auf die erforderliche Betriebstemperatur zu bringen. Hierzu kann an den mit
Bezugsziffer 2 bezeichneten Stellen der erfindungsgemäße Heizkatalysator eingesetzt werden. Der Heizkatalysator kann somit entweder vor oder nach der Turbine 861 des Turboladers 86 in die Abgasleitung 3 eingesetzt sein. In anderen Aus führungsformen der Erfindung der Heizkatalysator 2 vor oder hinter dem Turbolader 86 in die Abgasleitung 3 integriert werden .
Anhand von Figur 5 werden verschiedene Einbausituationen des Heizkatalysators 2 näher erläutert. Der Aufbau des Heizkata- lysators orientiert sich dabei im Wesentlichen an den anhand der Figuren 1, 2 und 3 bzw. der Figur 6 und 7 oder der Figur 8 und 9 gezeigten drei verschiedenen Ausführungsformen der Erfindung .
Figur 5a zeigt den Einbau eines Heizkatalysators 2 parallel zur Turbine 861 des Turboladers 86. In diesem Fall sorgt der in der Turbine 861 auftretende Druckverlust dafür, dass am Einlass 21 des Heizkatalysators 2 ein höherer Abgasdruck anliegt als am Auslass 22. Hierdurch wird ein Teilstrom 351 des Abgases durch den Heizkatalysator 2 gefördert. Die
Turbulenz des Abgases nach Verlassen der Turbine 861 sorgt darüber hinaus für eine ausreichend gute Vermischung des im Heizkatalysator 2 erzeugten Kraftstoffdampfes bzw. Reformats mit dem durch die Turbine 861 strömenden Hauptström des Abgases .
Figur 5b zeigt eine Einbauvariante des Heizkatalysators 2 auf der Niederdruckseite des Abgasstromes, d.h. nach
Verlassen der Turbine 861 des Turboladers 86. Hierzu eignet sich beispielsweise die in Figur 2 im Schnitt dargestellte Ausführungsform der Erfindung unter Einsatz eines Mischers. Vorteilhaft ist die universelle Verwendbarkeit des Heizkata lysators für eine Vielzahl von Fahrzeugtypen.
Figur 5c zeigt den Einbau eines Heizkatalysators 2 auf die Hochdruckseite des Abgasstrangs, d. h. vor der Turbine 861 des Turboladers 86. Dies hat den Vorteil, dass die Turbine des Turboladers 861 für eine gute Durchmischung des
Hauptstromes mit dem aus dem Heizkatalysator 2 austretenden Teilstrom, welcher Kraftstoffdampf enthält, ermöglicht.
Schließlich zeigt Figur 5d die Einbindung des Heizkatalysa tors 2 in die Abgasleitung unmittelbar vor dem
aufzuheizenden Abgasnachbehandlungssystem. Hierzu eignet sich insbesondere die anhand der Figuren 6 bis 9 gezeigte Ausführungsform, bei welcher der Heizkatalysator 2
vollständig im Inneren der Abgasleitung 3 angeordnet ist und somit vor Beschädigung geschützt auch am Fahrzeugboden angeordnet werden kann.
Anhand der Figuren 6 und 7 wird eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen Heizkatalysators gezeigt. Gleiche Bestandteile der Erfindung sind mit gleichen Bezugszeichen versehen, so dass sich die Beschreibung auf die wesentlichen Unterschiede beschränkt. Dabei zeigt Figur 6 einen Längs schnitt und Figur 7 den Querschnitt.
Wie aus den Figuren ersichtlich ist, ist der Heizkatalysator
2 wiederum in einem in etwa zylindrischen Gehäuse ange ordnet. Das Gehäuse ist in etwa konzentrisch zur Abgas leitung 3 angeordnet. Für diesen Zweck kann die Abgasleitung
3 im Bereich des Heizkatalysators 2 einen größeren
Durchmesser aufweisen als in anderen Längsabschnitten der Abgasleitung 3. Der Einlass 21 und der Auslass 22 des
Gehäuses 25 sind an gegenüberliegenden Enden des
zylindrischen Gehäuses 25 angeordnet. Das Abgas strömt somit durch die Vorderseite in das Gehäuse 25 ein und durch dessen Rückseite wieder aus. Das Gehäuse 25 wird somit stets vom Abgas durchströmt, wenn die Brennkraftmaschine in Betrieb ist. Aufgrund der weitgehend homogenen Anströmung mit Abgas kann in diesen Ausführungsformen die Lochplatte 4 auch entfallen. So wie in den Figuren 6 und 7 beispielhaft für ein Abgasrohr gezeigt, kann der Heizkatalysator auch in das Gehäuse eines Abgaskatalysators oder eines Partikelfilters integriert werden.
Anhand der Figuren 8 und 9 wird eine dritte Ausführungsform der Erfindung näher erläutert. Gleiche Bestandteile der Erfindung sind mit gleichen Bezugszeichen versehen, so dass sich die Beschreibung auf die wesentlichen Unterschiede beschränkt. Wiederum ist in Figur 8 der Längsschnitt
dargestellt und in Figur 9 der Querschnitt.
Wie ersichtlich ist, befindet sich das Gehäuse des Heizkata lysators 2 nicht in etwa konzentrisch in der Mitte der
Abgasleitung 3, sondern an dessen Rand und ist dort mit einer ebenen oder gekrümmten Trennwand 251 vom verbleibenden freien Querschnitt der Abgasleitung 3 abgeteilt. Diese Aus führungsform hat den Vorteil, dass die Anschlusskontakte 51 einer elektrischen Heizeinrichtung und die Kraftstoffzufuhr 62 nicht durch die heiße Abgaszone geführt werden müssen. Auch in diesem Fall kann eine Lochplatte 4 unter Umständen entfallen, da der Katalysatorträger 5 ohnehin bereits homogen angeströmt wird. So wie in den Figuren 8 und 9 bei spielhaft für ein Abgasrohr gezeigt, kann der Heizkatalysa tor auch in das Gehäuse eines Abgaskatalysators oder eines Partikelfilters integriert werden.
Die Figur 19 zeigt einen erfindungsgemäßen Heizkatalysator in einer vierten Ausführungsform. Gleiche Bestandteile der Erfindung sind mit gleichen Bezugszeichen versehen, so dass sich die Beschreibung auf die wesentlichen Unterschiede beschränkt .
Wie aus Figur 19 ersichtlich ist, weist der Heizkatalysator ein in etwa zylindrisches Gehäuse 25 auf, wobei der Einlass 21 und der Auslass 22 axial angeordnet sind. Wie Figur 19 weiter zeigt, wird der durch den Einlass 21 eintretende Abgasstrom 351 über eine Lochplatte 4 in Form einer
Zylindermantelfläche dem Katalysatorträger 5 zugeführt. Die Lochplatte 4 kann eine Keramik, ein Metall oder eine
Legierung enthalten oder daraus bestehen. In einigen
Ausführungsformen der Erfindung kann die Lochplatte 4 durch einen Längsabschnitt des den Einlass 21 bildenden Rohres gebildet werden. Die Lochplatte 4 weist ferner eine Mehrzahl von Bohrungen bzw. Öffnungen 41 auf, durch welche das Abgas hindurchtreten kann. Anzahl, Größe und Verteilung der
Bohrungen 41 können in einer optionalen Computersimulation so bestimmt werden, so dass sich eine möglichst homogene Verteilung des Abgases im Katalysatorträger 5 ergibt. In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann das Ende des den Einlass 21 bildenden Rohres verschlossen sein, so dass das Abgas nur durch die Öffnungen 41 austritt.
Der Katalysatorträger 5 kann in an sich bekannter Weise beispielsweise ein Sinterkörper, ein Wabenkörper, ein Schaum oder ein anderer poröser Formkörper sein, welcher für Abgas durchlässig ist. Hierzu kann der Katalysatorträger 5 aus einem Metall, einer Legierung oder einer Keramik gefertigt sein. Der Katalysatorträger 5 weist ebenfalls die Form einer Zylindermantelfläche auf und ist in etwa konzentrisch um die zylinderförmige Lochplatte 4 und/oder in etwa konzentrisch zum Gehäuse 25 angeordnet.
Schließlich befindet sich auf der der Lochplatte gegen-über-liegenden Seite des Katalysatorträgers 5 eine ebenfalls konzentrische Kraftstoffplatte , auf welche über eine Kraft stoffzufuhr 62 Kraftstoff aufgebracht wird.
In einigen Ausführungsformen der Erfindung kann eine Kraft stoffplatte auch entfallen, wenn der Kraftstoff unmittelbar auf den Katalysatorträger 5 aufgebracht wird. Bei unmittel barem Auftreffen von Kraftstoff auf den Katalysatorträger 5 kann der Kraftstoff gasförmig eingebracht werden. Ein flüssiger Kraftsstoff kann dazu über einen nicht darge stellten Verdampfer in den Heizkatalysator eingebracht wer den. Dies vermeidet oder reduziert eine unerwünschte
Abkühlung des Katalysatorträgers 5 durch die Verdampfungs-enthalpie des Kraftstoffes.
In einigen Ausführungsformen kann die Kraftstoffzufuhr 62 mehrfach vorhanden sein, so dass Kraftstoff an mehreren Stellen entlang des Umfangs und/oder entlang der Längser streckung eingebracht werden kann. Die lediglich
schematische Darstellung von nur einer Kraftstoffzufuhr 62 ist lediglich als erläuternd zu verstehen.
Die nachfolgenden Vergleichsbeispiele erläutern die
Erfindung, wobei sie nicht so verstanden werden sollen, dass sie die Erfindung darauf einschränken. In den nachfolgenden Beispielen wird eine Abgasreinigungsvorrichtung eingesetzt, wie sie in den Figur 1 bis 4 beschreiben ist.
Wie vorstehend bereits beschrieben wurde, kann der erfin dungsgemäße Heizkatalysator einen ersten Betriebszustand aufweisen, in welchem Kraftstoff mit vergleichsweise lang-kettigen Kohlenwasserstoffen im Heizkatalysator umgesetzt wird. Das hierbei entstehende Reformat kann bereits bei niedrigeren Temperaturen auf einer Komponente eines Abgas-nachbehandlungssystems , beispielsweise einem Oxidations katalysator, umgesetzt werden und so unmittelbar im
Abgasstrang bzw. dem Abgasnachbehandlungssystem Wärme erzeugen. Darüber hinaus kann der erfindungsgemäße Heizkata lysator in einem zweiten Betriebszustand betrieben werden, in welchem der Kraftstoff weitgehend oder vollständig oxidiert wird, um durch exotherme Reaktion Wärme in das Abgas einzutragen.
Figur 10 zeigt auf der positiven Ordinate die Zusammen setzung des im ersten Betriebszustand durch den Heizkataly sator erzeugten Reformats. Auf der negativen Ordinate ist die Zusammensetzung der dem Heizkatalysator zugeführten Massenströme dargestellt.
Figur 10 zeigt die Ergebnisse eines Testbetriebes, bei welchem der Abgasstrom durch ein Gemisch aus 14 % Sauerstoff und 84,7 % Stickstoff simuliert wird. Dieser simulierte Abgasstrom wird dem Heizkatalysator in der vorstehend beschriebenen Weise zugeführt. Darüber hinaus wird dem Heiz katalysator handelsüblicher Dieselkraftstoff zugeführt, welcher im Wesentlichen aus einer Mischung aus Alkanen, Alkenen, Aromaten und oxygenierten Kohlenwasserstoffen besteht. Bei Raumtemperatur bestehen die Alkane aus gas förmigen Bestandteilen, welche etwa 1 bis 5 Kohlenstoffatome aufweisen, und flüssigen Alkanen mit mehr als 6 Kohlenstoff atomen .
Innerhalb des Heizkatalysators wird der Dieselkraftstoff mit dem Abgas umgesetzt. Hierdurch entsteht Wärme und
Oxidationsprodukte wie Wasserstoff und Kohlenmonoxid.
Darüber hinaus wird der Kraftstoff in kurzkettige Alkene gecrackt, wie beispielsweise Propan und Ethylen. Das so erzeugte Reformat enthält nahezu keine bei Raumtemperatur kondensierbaren flüssigen Alkane mehr. Dies führt dazu, dass die Zündtemperatur auf einem Oxidationskatalysator eines Abgasnachbehandlungssystems reduziert ist. Somit kann unmittelbar im Abgasnachbehandlungssystem durch Oxidation des Reformats Wärme erzeugt werden, welche die nachfolgenden Komponenten des Abgasnachbehandlungssystems aufheizt, beispielsweise einen Partikelfilter. Die so erzeigte
Heizleistung kann größer sein als etwa 10 kW oder größer als etwa 15 kW oder größer als etwa 20 kW oder größer als etwa 25 kW oder größer als etwa 30 kW.
Figur 11 zeigt die Temperatur eines Partikelfilters 31 im Kurve B und die Temperatur eines Oxidationskatalysators 32 in Kurve A eines Abgasnachbehandlungssystems eines Pkws mit Dieselmotor. Der Abgasstrom wurde auf 50 kg/h und eine konstante Temperatur von 140°C eingestellt. Figur 11 zeigt den Temperaturverlauf gegen die Zeit. Nach etwa 40 Sekunden wurde das anhand der Figur 10 vorstehend beschriebene
Reformat in den Abgasstrang eingeleitet. Daraufhin steigt die Temperatur des Oxidationskatalysators innerhalb von etwa 35 Sekunden auf einen Wert von über 200°C an. Im Verlauf von weiteren zwei Minuten erwärmt sich der Oxidationskatalysator weiter auf Temperaturen von etwa 450°C.
Vom Oxidationskatalysator 32 wird Wärme in den stromabwärts gelegenen Partikelfilter 31 abgegeben. Wie Figur 11 zeigt, erreicht der Partikelfilter etwa 3 Minuten nach dem Kalt start und etwa 140 Sekunden nach der Zugabe des Reformats bereits eine Temperatur von mehr als 200°C. Die Heiz
leistung, welche auf diese Weise durch den erfindungsgemäßen Heizkatalysator erzeugt wird, beträgt etwa 6 kW.
Figur 12 zeigt in Kurve 10 den Abgasmassenfluss. Im
mittleren Bildteil wird die dem Abgasnachbehandlungssystem zugeführte Heizleistung dargestellt. Dabei bezeichnet Kurve D die vom erfindungsgemäßen Heizkatalysator bereitgestellte Heizleistung. Als Vergleichsbeispiel wird die Heizleistung einer elektrischen Heizung mit 4 kW in Kurve E sowie einer elektrischen Heizung mit 8 kW in Kurve F dargestellt.
Schließlich zeigt Figur 12 die Temperatur eines SCR-Kata-lysators gegen die Zeit. Kurve H zeigt den Temperaturverlauf bei Beheizung mit einem erfindungsgemäßen Heizkatalysator, Kurve G zeigt den Temperaturverlauf bei einer elektrischen Beheizung mit 4 kW, Kurve I zeigt den Temperaturverlauf bei einer elektrischen Beheizung mit 8 kW und Kurve J zeigt den Temperaturverlauf ohne weitere Heizmaßnahmen. Dargestellt ist jeweils der zeitliche Verlauf in den ersten 30 Minuten nach dem Kaltstart während eines WHTC-Testzyklus . Figur 13 zeigt eine vergrößerte Ansicht der ersten 480 Sekunden des in Figur 12 dargestellten Testzyklus.
Wie aus Kurve D ersichtlich ist, stellt der erfindungsgemäße Heizkatalysator im zweiten Betriebszustand vom Start weg eine Heizleistung von etwa 9 kW zur Verfügung. Nach einigen zehn Sekunden ist der Oxidationskatalysator des Abgasnach behandlungssystems so weit erwärmt, dass der Heizkatalysator in den ersten Betriebszustand umschalten kann. Im ersten Betriebszustand wird eine Heizleistung von etwa 36 kW abge geben. Die Heizleistung wird sodann innerhalb der nächsten zwei Minuten reduziert. Hierbei ergeben sich bisweilen
Schwankungen aufgrund des schwankenden Abgasmassenstroms, welcher dem Heizkatalysator zugeführt wird.
Wie aus Figur H ersichtlich ist, führt die hohe Heizleistung des erfindungsgemäßen Heizkatalysators dazu, dass bereits nach 70 Sekunden eine Temperatur von mehr als 200°C am SCR-Katalysator erreicht wird, welche eine effiziente Reinigung von Stickoxiden im Abgas ermöglicht.
Im Vergleich dazu wird dieselbe Temperatur bzw. Reinigungs wirkung bei einer elektrischen Heizleistung von 8 kW erst nach mehr als zwei Minuten erreicht. Reduziert man die elektrische Heizleistung weiter auf 4 kW, was bereits die Grenze eines 12 -Volt-Bordnetzes darstellt, so erreicht der SCR-Katalysator eine Temperatur von 200° erst nach 180 Sekunden. Eine Temperatur von 250° wird erst nach 420
Sekunden erreicht. Demgegenüber ermöglicht der erfindungs gemäße Heizkatalysator bereits nach etwa 80 Sekunden eine Temperatur von mehr als 250°C am SCR-Katalysator. Im
Vergleich zur elektrischen Heizung mit 4 kW setzt die volle Funktion des SCR-Katalysators somit bei Einsatz des
erfindungsgemäßen Heizkatalysators bereits mehr als fünf Minuten früher ein.
Wie Figur 12 in Kurve J weiter zeigt, erreicht ein SCR-Katalysator bei Verzicht auf jedwede Heizvorrichtung erst nach 30-minütiger Fahrt seine volle Betriebstemperatur von 250°C. Mit anderen Worten, ist eine Stickoxidreduktion im Abgas während der ersten 30 Minuten Fahrstrecke und damit im Kurzstreckenbetrieb überhaupt nicht möglich.
Figur 14 zeigt die integrierte Heizleistung der drei in Figuren 12 und 13 miteinander verglichenen Heizvorrichtungen über den gesamten WHTC-Testzyklus . Der erfindungsgemäße Heizkatalysator wurde dabei so betrieben, dass der SCR-Katalysator schnellstmöglich auf Betriebstemperatur aufge heizt wurde. Die schnellstmögliche Aufheizung ergibt sich dabei bei einer Betriebsführung, welche den Heizkatalysator im zweiten Betriebszustand betreibt, bis ein vor dem SCR-Katalysator angeordneter Oxidationskatalysator eine
Temperatur von etwa 160°C erreicht hat und nachfolgendes Umschalten in den ersten Betriebszustand, wie in Figur 13 anhand der Kurve D erläutert .
Wie in Figur 14 ersichtlich ist, erzeugt der erfindungs gemäße Heizkatalysator dabei eine mittlere Heizleistung von 2,9 kW über den gesamten WHTC-Testzyklus . Hierfür wird eine zusätzliche Kraftstoffmenge von 123 g eingesetzt.
Im Vergleich dazu benötigt eine elektrische Heizeinrichtung mit nominell 4 kW Leistung für den Betrieb eine
Kraftstoffmenge von 315 g während des WHTC-Testzyklus, um damit eine mittlere thermische Leistung von 1,8 kW
bereitzustellen. Verdoppelt man die elektrische Heizleistung auf nominell 8 kW, so wird während des gesamten WHTC-Testzyklus eine mittlere elektrische Heizleistung von 2,5 kW erzeugt, wofür jedoch eine Kraftstoffmenge von 447 g
aufgewendet werden muss. Die für die Aufheizung des Abgas nachbehandlungssystems erforderliche Kraftstoffmenge wird bei Einsatz des erfindungsgemäßen Heizkatalysators gegenüber einer elektrischen Heizung somit um über 70 % oder über 60 % reduziert, obgleich die freigesetzte Heizleistung erheblich größer ist. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die elek trische Heizleistung im Kraftfahrzeug durch die Antriebs maschine und den Generator bereitgestellt werden muss, wel che einen vergleichsweisen niedrigen Wirkungsgrad aufweisen.
So wie vorstehend für einen SCR-Katalysator beschrieben, kann der erfindungsgemäße Heizkatalysator auch dazu
eingesetzt werden, in sämtlichen Betriebszuständen, ins besondere auch in Betriebszuständen mit niedriger Last, die für die Regenerierung eines Partikelfilters notwendige Heiz leistung bereitzustellen.
Anhand der Figur 15 wird ein Prüfstand näher erläutert, mit welchem der erfindungsgemäße Heizkatalysator 2 unter
hochdynamischen Betriebsbedingungen getestet werden kann, wie diese im Realbetrieb in einem Kraftfahrzeug auftreten.
Gleiche Bestandteile der Erfindung sind mit gleichen Bezugs zeichen versehen, sodass sich die nachfolgende Beschreibung auf die wesentlichen Unterschiede beschränken kann.
Das Abgas einer Brennkraftmaschine enthält einerseits
Verbrennungsgase wie beispielsweise H20 und C02, welche näherungsweise als Inertgas angesehen werden können. Im simulierten, synthetischen Abgas wird dieser Teil aus
Stickstoff gebildet. Daneben enthält der Abgasstrom einen wechselnden Anteil Sauerstoff, welcher zur Oxidation im Abgasstrang zur Verfügung steht. Um im Testbetrieb einen Abgasstrom zu simulieren, weist der Prüfstand einen
Vorratsbehälter 92a auf, welcher Stickstoff enthält, sowie einen Vorratsbehälter 92b, welcher Luft enthält. Beide Bestandteile können über Massenflusskontrolle 93 dosiert werden, sodass am Einlass 21 des Heizkatalysators 2 ein Gasstrom mit wechselndem Sauerstoffgehalt zwischen 0% und 21% als synthetisches Abgas zur Verfügung steht.
Dieser Gasstrom durchströmt den Heizkatalysator 2 und verlässt den Heizkatalysator 2 über den Auslass 22.
Weiterhin wird dem Heizkatalysator 2 über den Anschluss 62 handelsüblicher Dieselkraftstoff zugeführt, welcher aus einem Tank 90 mittels einer Dosierpumpe 91 gefördert wird.
Der am Auslass 22 austretende Gasstrom enthält je nach
Betriebszustand des Heizkatalysators 2 im Wesentlichen einen heißen Inertgasstrom oder ein Reformat, wie vorstehend beschrieben .
Zur Analyse des Reformats wird ein Teilstrom des Abgases über die Leitung 94 einer Analyseeinrichtung zugeführt, welche im dargestellten Ausführungsbeispiel ein Fourier-Transformations-Infrarotspektrometer 941 sowie einen
Gaschromatographen 942 enthält. Der verbleibende Abgasstrom wird über einen Abgaskühler 95 gekühlt und über eine
Abgasleitung 3 abgeführt. Die Wärme des Abgases wird dabei zumindest teilweise an einen Kühlmittelstrom 96 abgegeben, welcher beispielsweise einen kühlenden Gasstrom und/oder eine Flüssigkeitskühlung umfassen kann. Durch Messung der Temperaturen und der Massenflüsse des Abgasstromes und des Kühlmittelstromes kann die vom Heizkatalysator 2 abgegebene Heizleistung bestimmt werden.
Anhand der Figuren 16, 17 und 18 werden experimentelle
Ergebnisse der Charakterisierung eines Heizkatalysators gemäß der vorliegenden Erfindung dargestellt. Gezeigt ist der gesamte Abgasmassenstrom in Kurve C, der dem Heizkataly sator mit einer ungeregelten Druckreduktionseinrichtung 7 zugeführte Teilstrom in Kurve S, der dem Heizkatalysator mit einer geregelten Druckreduktionseinrichtung 7 zugeführte Teilstrom in Kurve R, der Sauerstoffgehalt des Abgases in Kurve 0, die Temperatur eines SCR-Katalysator in Kurve H, die Temperatur des Heizkatalysators in Kurve K, die Luftzahl l des Heizkatalysators in Kurve M sowie die vom Heizkataly sator abgegebene Heizleistung in Kurve D. Dabei zeigt Figur 16 den Verlauf dieser Größen über 300 Sekunden. Figur 17 zeigt eine vergrößerte Ansicht der ersten zwei Minuten.
Figur 18 zeigt den Verlauf während der dritten bis zur zehnten Minute.
Wie aus Figur 16 und insbesondere Figur 17 ersichtlich ist, wird der Heizkatalysator während der ersten 80 Sekunden im zweiten Betriebszustand betrieben. Der zweite Betriebs zustand zeichnet sich durch einen großen Luftüberschuss aus, sodass der zugeführte Kraftstoff vollständig oxidiert und exotherm umgesetzt wird. Wie Kurve D zeigt, beträgt die Heizleistung in diesem Fall etwa 12 kW. Der zugeführte
Teilstrom des Abgases beträgt etwa 40 kg/h.
Nach 80 Sekunden wird der zugeführte Abgasmassenstrom auf etwa 14 kg/h reduziert. Der Heizkatalysator befindet sich sodann im ersten Betriebszustand, in welchem eine geringere thermische Leistung unmittelbar im Heizkatalysator erzeugt wird. Das in diesem Betriebszustand im Heizkatalysator erzeugte Reformat führt jedoch bei Umsetzung an einem Oxi dationskatalysator des Abgasnachbehandlungssystems dazu, dass die einem Abgasnachbehandlungssystem effektiv zuge führte Wärmemenge auf 36 kW steigt. Nach etwa 110 Sekunden hat der SCR-Katalysator seine Betriebstemperatur erreicht, sodass eine effiziente Abgasreinigung von Stickoxiden ermöglicht wird.
Wie Kurve K in Figur 17 zeigt, reagiert die Austritts temperatur am Ausgang 22 des Heizkatalysators 2 sehr rasch auf die Umschaltung des Betriebszustandes. Darüber hinaus zeigen die Figuren 16, 17 und 18, dass der erfindungsgemäße Heizkatalysator sehr robust gegen Schwankungen des
Abgasmassenstroms und gegen Schwankungen der Sauerstoff konzentration ist. Bei einem zugeführten Massenstrom S zwischen etwa 30 kg/h und etwa 90 kg/h und Schwankungen der Sauerstoffkonzentration zwischen 7 % und 20,5 % ergeben sich keine nachteiligen Auswirkungen auf die dem Abgasnachbehand lungssystem zugeführte Heizleistung.
Die vorstehend beschriebenen Anwendungsbeispiele belegen, dass der erfindungsgemäße Heizkatalysator kurzfristig hohe Heizleistungen zur Verfügung stellen kann, mit welchen ein Abgasnachbehandlungssystem innerhalb kürzester Zeiten von beispielsweise weniger als 120 Sekunden oder weniger als 100 Sekunden oder weniger als 80 Sekunden auf Betriebstemperatur gebracht werden kann. Im Vergleich zu elektrischen Heizein richtungen ist der Kraftstoffbedarf zur Aufheizung der
Abgasnachbehandlungssysteme reduziert .
Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf die darge stellten Ausführungsformen beschränkt. Die vorstehende Be schreibung ist daher nicht als beschränkend, sondern als erläuternd anzusehen. Die nachfolgenden Ansprüche sind so zu verstehen, dass ein genanntes Merkmal in zumindest einer Ausführungsform der Erfindung vorhanden ist. Dies schließt die Anwesenheit weiterer Merkmale nicht aus. Sofern die Ansprüche und die vorstehende Beschreibung „erste" und „zweite" Ausführungsformen definieren, so dient diese Bezeichnung der Unterscheidung zweier gleichartiger Aus führungsformen, ohne eine Rangfolge festzulegen.
1. Abgasreinigungsvorrichtung (1) mit zumindest einer
Abgasleitung (3) und mit zumindest einem mit der Abgas leitung (3) verbundenen Partikelfilter (31) und/oder zumindest einem mit der Abgasleitung (3) verbundenen Abgaskatalysator (32, 33), dadurch gekennzeichnet, dass stromaufwärts des Partikelfilters (31) bzw. des Abgas katalysators (32) ein Heizkatalysator (2) angeordnet ist, welcher dazu eingerichtet ist, zugeführten Kraft stoff mit Abgas umzusetzen, wobei der Heizkatalysator (2) ein Gehäuse (25) aufweist, welches einen Einlass (21) und einen Auslass (22) aufweist und welches so mit der Abgasleitung (3) verbunden ist, dass ein Teilstrom des in der Abgasleitung (3) strömenden Abgases durch den Einlass (21) in das Gehäuse (25) zugeführt und durch den Auslass (22) aus dem Gehäuse (25) in die Abgasleitung (3) stromabwärts des Einlasses (21) abgeführt werden kann.
2. Abgasreinigungsvorrichtung nach Anspruch 1, weiterhin enthaltend eine Lochplatte (4), welche dazu einge richtet ist, dem Heizkatalysator (2) das Abgas
zuzuführen .
3. Abgasreinigungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Heizkatalysator (2) einen elektrisch beheizbaren Träger (5) aufweist.
4. Abgasreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass auf der der Loch platte (4) gegenüberliegenden Seite des Heizkatalysa tors (2) eine Kraftstoffplatte (6) angeordnet ist.
5. Abgasreinigungsvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch ge kennzeichnet, dass die Kraftstoffplatte (6) mit einer kapillaren Transporteinrichtung versehen ist.
6. Abgasreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Heizkatalysator
(2) weiterhin eine Luftzufuhreinrichtung aufweist.
7. Abgasreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass in der Abgasleitung
(3) zwischen Einlass (21) und Auslass (22) eine Druck reduktionseinrichtung (7) vorhanden ist.
8. Abgasreinigungsvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch ge kennzeichnet, dass die Druckreduktionseinrichtung (7) ausgewählt ist aus einer Drosselklappe und/oder einem Mischer und/oder einer Turbine (861) eines Turboladers (86) .
9. Abgasreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (25) des Heizkatalysators (2) vollständig innerhalb der Abgasleitung (3) angeordnet ist.
10. Brennkraftmaschine (8) mit einer Abgasreinigungsvor richtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9.
11. Verfahren zur Abgasreinigung, bei welchem Abgas mit zumindest einer Abgasleitung (3) zumindest einem
Partikelfilter (31) und/oder zumindest einem Abgaskata lysator (32, 33) zugeführt wird, dadurch gekennzeich net, dass
stromaufwärts des Partikelfilters (31) bzw. des Abgas katalysators (32, 33) ein Heizkatalysator (2)
angeordnet ist, welchem zumindest Kraftstoff und Abgas zugeführt wird, wobei der Kraftstoff mit dem Abgas zumindest teilweise umgesetzt wird, um den Partikel filter (31) bzw. den Abgaskatalysator (32, 33)
aufzuheizen, wobei der Heizkatalysator (2) ein Gehäuse (25) aufweist, welches einen Einlass (21) und einen Auslass (22) aufweist und welches so mit der Abgas leitung (3) verbunden ist, dass ein Teilstrom des in der Abgasleitung (3) strömenden Abgases durch den Einlass (21) in das Gehäuse (25) zugeführt und durch den Auslass (22) aus dem Gehäuse (25) in die Abgas leitung (3) stromabwärts des Einlasses (21) abgeführt wird .
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass dem Heizkatalysator (2) das Abgas über zumindest eine Lochplatte (4) zugeführt wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Heizkatalysator (2) zumindest zeitweise elektrisch beheizt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass in einem ersten Betriebszustand der Kraftstoff mit dem Abgas überwiegend oxidiert wird und in einem zweiten Betriebszustand der Kraftstoff überwiegend zu einem Reformat umgesetzt wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftstoff auf eine Kraft stoffplatte (6) aufgebracht wird, welche auf der der Lochplatte (4) gegenüberliegenden Seite des Heizkataly sators (2) angeordnet ist.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Teilstrom stromaufwärts einer Druckreduktionseinrichtung (7) in den Heizkatalysator (2) eingeführt und stromabwärts der Druckreduktionsein richtung (7) in die Abgasleitung (3) abgegeben wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckreduktionseinrichtung (7) ausgewählt ist aus einer Drosselklappe und/oder einem Mischer und/oder einer Turbine (861) eines Turboladers (86) .
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